Kannst Du Dich auch engagieren?

Der senegalesische Verein Forêt Internationale veranstaltet weitere Camps. Nächstes Jahr findet im März ein Camp zu alternativer Energie statt und im Sommer wieder das hier beschriebene Camp Friedenswald. Du bist gerne eingeladen, an diesen Camps teilzunehmen, weitere Informationen findest Du auch unter www.foretinternationale.org.

Wer nicht in den Senegal reisen und vor Ort mithelfen möchte, kann sich gerne finanziell einbringen. Unter betterplace.org gibt es eine Spendenseite, die eingerichtet wurde, um die Arbeit von Forêt Internationale zu unterstützen, siehe https://www.betterplace.org/de/projects/21778-friedenswald-klimaschutz-und-konfliktmanagement-in-senegal-und-gambia. Sie ist etwas veraltet, was die eingestellten Projekte betrifft, das Geld fließt aber zu 100% in die senegalesische Vereinskasse. Leider sind Spenden ins nichteuropäische Ausland nicht steuerlich anrechenbar, somit erübrigt sich die Frage nach einer Spendenquittung.

Wir diskutieren derzeit ein neues Projekt, Solar-Straßenlaternen für Kouram. Laut einer Internet-Recherche gibt es welche für ca. 2.000 Euro zu kaufen, was aber nicht unser Ziel ist. So werden wir uns jetzt erst einmal mit der Konstruktion eines Eigenbaus beschäftigen, der von den Leuten vor Ort mit Hilfe der Camp-Teilnehmer unter Verwendung einfacherer Mittel realisiert werden kann. Unser Ziel ist, weniger als ein Viertel der oben genannten Summe zu erreichen.

Du kannst Dich gerne bei der Konstruktion mit Ideen und Vorschlägen einbringen. Wenn wir wissen, wie wir die Solar-Straßenlaterne bauen wollen und eine Materialliste erstellt haben, können wir auch sagen, was eine Lampe kosten wird. Dann werden wir dieses Projekt bei betterplace.org einstellen, wo wiederum Spenden gerne angenommen werden.

Zeit für ein Fazit

Der heutige Sonntag ist der letzte Tag in Dakar für uns, wir werden heute Nacht um 1:55 Uhr mit TAP Portugal mit einem Zwischenstopp wieder in Lissabon zurückfliegen und morgen um 12:55 Uhr in München landen. Somit ist heute der Tag, ein kurzes Fazit über diese Reise zu ziehen.Wie ihr gelesen habt, haben wir viele Dinge erlebt. Wichtig war immer, eine gewisse Ruhe und Geduld mitzubringen. Viele Dinge regeln sich erst im letzten Moment, Planungen ändern sich kurzfristig. Nicht alles klappt immer, aber irgendwie geht es immer weiter. Zeit nehmen und Geduld beweisen sind vielleicht zwei Dinge, die wir mit zurück nehmen.

Kennen gelernt haben wir Menschen, die gerne mit anderen im Kontakt sind. Viel Interaktion gehört immer dazu und auch Nähe, besonders in den verschiedenen Transportmitteln. Wenn sich auch unsere Erwartungen an Verhalten und Umgang unterscheiden, lässt man sich auf diese Gesellschaft ohne Barrieren im Kopf ein, erlebt man eine offenherzige und respektvolle Gemeinschaft.

Unser Ziel, das Projekt Friedenswald voranzubringen, es über die Grenzen des Senegals nach Gambia zu tragen, den Ausbau erneuerbarer Energie zu fördern und viel Aufklärungsarbeit zu den Themen Umweltschutz und erneuerbare Energien zu leisten, haben wir in einer intensiven Woche in Kouram erreicht. Dazu gehörten die zahllosen Gespräche und das Knüpfen von engen Verbindungen mit Vertretern von Dörfern, Organisationen und Behörden. Dies alles wird unsere weitere Arbeit in Zukunft begleiten, vereinfachen, aber auch umfangreicher gestalten.

Besuch des Kunstmarktes und des Monuments

Den Sonntag Vormittag nutzten wir, um den Kunstmarkt in Dakar zu besuchen. Er befindet sich auf dem Gelände ehemaliger Unterkünfte, die von den chinesischen Bauarbeitern genutzt wurden, als sie das nahegelegenen Stadium gebaut hatten. Nach der Fertigstellung des Stadions und dem Abzug der Bauarbeiter wurden die Unterkünfte von den Künstlern bezogen. In kleinen Lädchen und auch davor findet man Bilder und Skulpturen. Leider waren wir etwas früh dort, so dass noch einige Künstlerateliers geschlossen waren. Stolz zeigte uns ein Künstler, dass er auch schon in Kassel vertreten war.Dann sind wir weiter zum übergroßen Monument der afrikanischen Wiedergeburt gefahren, von wo man einen herrlichen Ausblick auf Dakar hat. Von Nordkoreanern wurde das Monument, das größer als die Freiheitsstatue ist, erbaut und 2010 fertiggestellt. Unser einheimischer Begleiter verwies kritisch auf die hohen Baukosten, warum es von der Bevölkerung eher abgelehnt wird, dazu wirkt es stalinistisch und wenig passend für ein vorwiegend islamisches Land.

Manchmal läuft es anders

Für Joal hatten wir noch mehr Punkte auf dem Programm. Eine geplante Aktivität war, dass wir zusammen mit einer lokalen Gruppe Mangroven anpflanzen wollten. Die Organisation gestaltete sich etwas schwierig, so dass wir diesen Punkt leider fallen lassen mussten. Auch der für hier geplante interreligiöse Dialog unter Beteiligung der hiesigen Vorsteherin des Klosters und des lokalen Imams kam leider nicht zustande. Letzterer ist nach Dakar gereist, wo er sich an Vorbereitungen für die Pilgerfahrt nach Mekka beteiligt. 

Auch der Besuch des hiesigen Fischmarkts, der sehr groß ist und von dem auch viel Fisch nach Europa verkauft wird, hat gestern Abend nicht mehr geklappt. Wir haben dieses Mal kein Fahrzeug zur dauerhaften Verfügung und der Transport mit den unplanmäßig vorbeifahrenden Kleinbussen ist sehr zeitaufwändig, so dass wir erst sehr spät dort angekommen wären, wo dann das bunte Treiben und das Entladen der Fischer-Pirogen schon vorbei gewesen wäre. So begrenzt sich unsere große Aktion heute wohl auf die Rückfahrt nach Dakar, wo wir dann wieder in der christlichen Herberge unsere Zimmer bekommen.

Die Muschelinsel

Nach dem Museumsbesuch gingen wir weiter zu der Muschelinsel Fadiouth, eine künstlich mit Muscheln aufgeschüttete Insel mit einer benachbarten Friedhofsinsel, ebenfalls aus Muscheln künstlich aufgeschüttet. Wir fuhren zunächst mit einer kleinen Piroge, einem schmalen Boot, dass immer zu kentern schien und von einem Mann mit einem langen Stock vorwärts gedrückt wurde, zu den Mangrovenfeldern, bevor wir uns auf der Friedhofsinsel haben absetzen lassen.Dann gingen wir, nachdem wir die vielen christlichen und wenigen muslimischen Gräber betrachtet hatten, über einen langen hölzernen Steg auf die Hauptinsel. Da Fadiouth ein beliebtes Touristenziel ist, gab es viel Handwerkskunst in den zahllosen Läden zu kaufen. Wir besichtigten die sechseckige Kirche der Insel, die ein großes Herz am Kirchturm trägt. Der Rückweg führte uns über einen weiteren sehr langen Holzsteg zum Festland, den wir aber auf einem gerade vorbeikommenden landestypischer Eselkarren bewältigten, ein toller Spaß, denn der Kutscher drückte meinem Sohn Sezar die Zügel in die Hand und blieb dann in einigem Abstand hinter uns. Nun, wir sind mit seiner Fahrkunst heile auf der anderen Seite angekommen.

Das Museum des ersten Präsidenten

Dann erreichten wir das Museum über Léopold Sédar Senghor, dem Staatsgründer und ersten Präsidenten Senegals. Eine witziger Führer erklärte uns auf Französisch die ganze Geschichte, was dann von einem unserer Germanistikstudenten, Mohamed Sow, fabelhaft übersetzt wurde. Das Museum ist das Haus des Vaters, der mit fünf Frauen insgesamt 41 Kinder gezeugt hat, ein Polygamist, aber auch ein Christ. Da er als erfolgreicher Geschäftsmann sehr mächtig war, konnte er sich hierbei gegen den lokalen Geistlichen durchsetzen.Senghor war das achte Kind seiner dritten Frau, die er nur geheiratet hatte, weil einmal ein alter Mann ihm geraten hatte, diese Frau zu nehmen, denn sie werde einen großen Mann gebären. Da sie nicht die schlaueste und hübscheste war, liebe er sie jedoch nicht, auf Grund der Weissagung zeugte er aber neun Kinder mit ihr.

Senghor selbst war ein Dichter, der Französisch sehr gut beherrschte und so Lehrer in Frankreich wurde. Später wurde er auch in die französische Nationalversammlung gewählt und wurde Wissenschaftsminister. 1960 ging er zum französischen Präsidenten und bat um die Unabhängigkeit Senegals, die ihm in dem 9-minütigen Gespräch gewährt wurde. Er wurde dann bis 1980 der erste Präsident Senegals.

Joal und die Handwerker

Den heutigen Freitag Vormittag fuhren wir zunächst mit dem Bus ins Zentrum von Joal. Von dort gingen wir die Hauptstraße entlang mit dem Ziel, das Museum des ersten Präsidenten Senegals zu besuchen. Entlang der Hauptstraße hatten wir Gelegenheit, die verschiedenen Handwerker bei der Ausübung ihres Berufes hautnah zu erleben, darunter Schreiner, Näher, Mechaniker, Schweißer, usw. Und fast alle nutzten den unbefestigten Platz neben der Straße für ihr Geschäft. Für alle Tätigkeiten standen nur einfache Mittel zur Verfügung, trotzdem kamen schöne Möbelstücke, reich verzierte Stahl-Eingangstüren und wieder funktionierende Fahrzeuge als Ergebnis dabei heraus.

Ankunft im Kloster Saint Coeur de Marie

Nachdem wir auch den zweiten Fluss namens Senegal mit der Fähre überwunden hatten, kamen wir nach einer langen Busfahrt gegen sieben Uhr, also nach dreizehn Stunden Fahrt, endlich in Joal an. Die lange Busfahrt war von daher eine Tortur, dass die Sitzbänke keine originalen waren, sondern lokale Selbstbauten aus Eisenrohr und Holz, damit eine Sitzreihe mehr rein passt. Entsprechend dünn war die Polsterung, wenn man überhaupt davon sprechen kann. Jeden Sitzknochen spürend, dafür die Beine auf Grund des Platzmangels nicht mehr, stiegen wir aus dem Fahrzeug aus.

Eine Nonne des Klosters Saint Coeur de Marie zeigte uns unsere Zimmer. Während wir vor zwei Jahren noch einen Schlafsaal für alle hatten, den wir auch noch ausfegen mussten, wurden wir dieses Jahr mit Einzelzimmern für jeden überrascht. Jedes Zimmer hat sogar eine Toilette zum sitzen sowie eine Dusche. Und obendrein noch eine Steckdose für die Mobiltelefone, Dinge, die wir furchtbar vermisst hatten. So nutzte jeder zunächst die Zeit für sich, duschen, Handy laden, usw.

Vor dem Abendessen sind wir noch an den nur wenige hundert Meter entfernten Strand gegangen. Es war schon dunkel, trotzdem konnte man dem Spiel der Krebse gespannt zusehen, die sich immer wieder von der Brandung überspülen ließen. Und dann gab es Spaghetti, die von den Nonnen für uns zubereitet wurden. Kein Reis mit Fisch oder Fleisch, davon hatten wir in den letzten Tagen genug gesehen. Entsprechend zufrieden mit dem Vorgefundenen fielen wir später sehr müde ins Bett.

Abreise aus Kouram

Heute ganz früh kam Mustapha mit einem Kleinbus und zwei Fahrern aus Gambia zurück nach Kouram. Um sechs Uhr machten wir uns dann auf den Weg, da die Fahrer uns heute bis nach Joal bringen wollen, aber selbst noch nach Gambia zurückkehren wollen. Wir kamen auch bis einige Dörfer hinter Kafuta, dann ging der Treibstoff aus. Einer der Fahrer besorgt gerade Diesel, während wir am Straßenrand warten. In dem kleinen Bus sitzen wir übrigens mit 16 Leuten, ja, das geht.

Palaver mit Vertretern der Dörfer

Den vielen Vertretern aus den umliegenden Dörfern haben wir zunächst stolz die umgesetzten Projekte im Dorf gezeigt. Das Interesse besonders an der Biogas-Anlage und dem Solar-Trockenofen war sehr groß. Wir haben dann den ganzen Nachmittag bis in den Abend in mehreren Gesprächsrunden mit ihnen Möglichkeiten der Intensivierung der Zusammenarbeit besprochen. Es wurde viel geredet, die Bedeutung für die Region hervorgehoben sowie der Austausch von Wissen und die aktive dorfübergreifende Beteiligung an Projekten aller Seiten vereinbart. Die Rolle der Jugend wurde immer wieder herausgestellt, es geht ja auch darum, ihnen in der Region eine Zukunft zu bieten, damit sie nicht abwandern. In zukünftigen Camp des Forêt Internationale sollen auch einige junge Vertreter aus den Dörfern teilnehmen, um das Wissen und Bewusstsein weiter zu geben, welches sie als Multiplikatoren in ihre Dörfer tragen können.

In der Nacht haben wir noch die Mädchen und jungen Frauen versammelt, um mit ihnen ihre Einbindung zu besprechen. Sie entschuldigten sich für Ihre mangelnde Beteiligung in diesem Jahr, sie wollen sich in der Zukunft wieder mehr einbringen. Ich bedankte mich bei allen, dass ich ihr Gast sein dürfte und so viel über die Bedeutung von Wald, Wasser und Energie lernen durfte. Das Bewusstsein hilft uns, mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen sorgsamer umzugehen, das ist der kleine Teil an Umweltschutz, den wir beitragen können.

Einbindung der Jugend

Um die Mittagszeit herum haben wir die Jugend des Dorfes in die Schule gebeten, um mit ihnen über ihre Einbindung in die Umweltschutzarbeit zu sprechen. In vielen Reden wurde die Wichtigkeit der Arbeit hervorgehoben. Eine Vertreterin aus Kafuta hob beeindruckend hervor, dass sich die Mädchen wie in ihrem Dorf zusammenschließen und gemeinsam für den Schutz der Umwelt arbeiten sollen. Schließlich sei man mittlerweile emanzipiert und trägt somit auch eine bedeutende Rolle. Ich betonte, dass Umweltschutz eine große Aufgabe sei, jedoch im kleinen anfängt. Die Jugendlichen sollen ihre Ideen für ihre Umgebung mit einbringen, egal wie klein oder groß sie sei.Am Nachmittag kam eine Gruppe von Jugendlichen Männern auf uns zu und wollten speziell mit Amadou Badji und mir sprechen. Sie trugen uns ihre Wünsche für das Dorf vor, speziell eine Erweiterung des Schulgebäudes, ein Gebäude für die Jugend, einen Bus oder Auto für den Transport von Kranken, einen Traktor, der auch für die Waldbrandbekämpfung eingesetzt werden soll, einen weiteren Brunnen und eine Mobiltelfon-Ladestation. Ich bedankte mich für den Vortrag ihrer Wünsche, fügte noch den Vorschlag des Bürgermeisters für eine Straßenbeleuchtung hinzu und fasste dann zusammen, dass es zum großen Teil sehr große Projekte sind, für deren Umsetzung man auch in Deutschland Partner gewinnen müsste. Wir nehmen die Themen mit und werden darüber beraten, wie und in welcher Reihenfolge man einzelne Projekte aufgreifen kann. Hier müssten auch noch die Wünsche einer Mädchengruppe mit einfließen.

Baumpflanzungen im Friedenswald

Am heutigen letzten Tag in Kouram standen Baumpflanzungen im Forêt de la Paix auf unserem Programm. Dazu waren Vertreter der umliegenden Dörfer eingeladen wie auch die Bewohner des Dorfes selbst. Wir waren eine große Gruppe, die mit vielen Baumsetzlingen ausgestattet in kleinen Gruppen durch den Friedenswald liefen und unter Berücksichtigung der schon in den Vorjahren gepflanzten Bäumen und dem Altbestand geeignete Plätze für die jungen Pflanzen suchten. Dabei wurde auf genügend Abstand zwischen den Bäumen geachtet.War ein geeigneter Platz gefunden, wurde ein Loch ausgehoben, die Wurzel des Setzlings von der Plastikfolie befreit und eingepflanzt. Die Erde wurde gepresst, so dass der kleine Baum gut halt findet und nicht beim ersten Regen weggespült wird. Ich habe es immerhin geschafft, fünf Bäumchen zu pflanzen, denn die Mitstreiter waren alle sehr erpicht darauf, einem die Arbeit abzunehmen, wir waren ja schließlich ihre Gäste.

Der Tag des Baumes

Heute ist auch der Tag des Baumes, der besonders gewürdigt wurde. Es wurden Gäste eingeladen, unter anderem aus Kafuta, dem Dorf, das wir gestern besucht hatten. Aber auch ein hoher Vertreter der Regionalbehörde hat zugesagt, wie auch eine Vertreterin der NGO Concern International, die sich die Arbeit in Kouram ansehen wollte.Dem Besuch zu Ehren wurde am Vormittag eine Kuh geschlachtet. Dies war eher kein Anblick für uns Deutsche. Dann kamen die ersten Gäste, so Professor Jessica Steinberg von der Universität in Indiana, die die NGO vertrat. Ich stieß zuerst auf ihren Ehemann, einen Agrarwissenschaftler, der in der Casamance schon seit drei Jahren aktiv ist, sowie seinen Doktorvater, einem Professor von der Universität von Hawaii, der zwei Wochen vor Ort ist, um sich selbst ein Bild zu machen.

Da der Vertreter der Regionalregierung noch auf sich warten ließ, begannen wir einen Dorfrundgang mit der Vorstellung des Friedenswaldes, des Solargartens, des Solar-Trockemofens, der Biogasanlage und den Solaranlagen. Schließlich wurde noch ein symbolischer Baum vor dem Geburtshaus gepflanzt.

Am späten Nachmittag, als alle Gäste da waren, gab es dann eine große Versammlung, an der auch viele Dorfbewohner teilnahmen, insbesondere die Vertreter der verschiedenen Organe des Dorfes. Es wurde über den Schutz des Waldes in der Region gesprochen, die Einbindung der Jugend in diese Aufgabe, die Waldbrandgefahr, aber auch das Thema Malaria wurde angesprochen. Auch ich wurde gebeten, eine Rede zu halten, die nach jedem Satz gleich übersetzt wurde. So kam ich auch in den Genuss, an dieser Palavertradition aktiv teilzunehmen.

Abschluss der Projekte am Schulgebäude

Den Vormittag des heutigen 2. Augusts 2016 nutzten wir, um die Projekte am Schulgebäude abzuschließen. Während Nicole mit lokaler Unterstützung die Schulbänke soweit möglich komplettierte und die in Gambia organisierten Schrauben einsetzte, baute ich mit einigen Kollegen die Solaranlage auf. Besonders Sidiath war von großer Hilfe, da er durch seine Größe überall gut herankam, was höher zu montieren war. Der Erfolg war dann, dass das Licht in den Klassenräumen hell aufleuchtete. So vergaß ich fast, wie durchgeschwitzt ich mittlerweile war.Das Foto zeigt den Fischhändler, der täglich von Bulock aus durch das Dorf radelt und seinen Fisch anbietet.

Und nochmal Regenzeit

Auf dem Rückweg nach Kouram wurden wir am Ortsausgang von Bulock von einem heftigen Regen überrascht. Zum Glück war noch ein Haus in der Nähe, wo wir uns unterstellen konnten. Der Regen war so stark, dass innerhalb kurzer Zeit Wannen, in denen das Wasser vom Dach aufgefangen wurde, voll waren. Einige Kinder spielten in dem Regen Fußball und hatten mächtig Spaß, wenn sie in die großen Pfützen fielen. Die Straße vor dem Haus verwandelte sich in kurzer Zeit in einen strömenden Fluss, so hatte es den Anschein. Ich fragte gleich, ob wir ein Boot nach Kouram nehmen können.Auch einige unserer Kollegen genossen den Regen und als sie komplett durchnässt waren, entschlossen sie sich, bei dem strömenden Regen schon mal vorzugehen. Als der Regen fast aufgehört hatte, entschlossen auch wir uns, den Rückweg anzutreten, was über eine weite Strecke auch fast trocken gelang. Dann aber fing es wieder leicht an zu regnen, so dass wir auch durchnässt in Kouram ankamen.

Der Regen hält uns leider auch bei unseren Projekten auf. Eine Gruppe ist heute im Dorf geblieben, um an der Biogasanlage mit einfachen Zeichnungen und Beschriftungen den Gebrauch zu erläutern. Das alles geschah unter der Anleitung und Gestaltung unseres begleitenden Künstlerkollegen Serdimart. Leider setzte der Regen ein, bevor die Farbe ganz trocken war, so dass einige Bilder etwas verlaufen sind. Hoffentlich können wir sie noch retten.

Besuch des gambischen Dorfes Kafuta

Am heutigen Montag Morgen stand der Besuch des gambischen Dorfes Kafuta auf unserem Plan. Dazu sind wir zunächst die etwa vier Kilometer nach Bulock gegangen, sozusagen einen Schmugglerpfad entlang. Dort angekommen nahmen wir einen kleinen Bus, der an allen Ecken noch Leute aufnimmt.In Kafuta angekommen stoppten wir an einer Baumschule. Zunächst besichtigten wir diese, dann trafen wir uns mit einem Vertreter der staatlichen Forstbehörde des Dorfes. Wir tauschten in kleinen Reden offiziell aus, wie wichtig die grenzüberschreitende Zusammenarbeit beim Schutz der Umwelt ist, dann nahmen wir insgesamt 76 kleine Baumsetzlinge und gingen in ein nahegelegenen Waldgebiet, wo wir auf kleineren Lichtungen die Bäume einpflanzten. Hier habe ich nun auch meinen ersten Baum in Afrika gepflanzt.

Als wir mit den Pflanzungen fertig waren, gingen wir zu einem nahegelegenen Schulgelände, wo wir uns in einem großen Kreis unter einen Schatten spendenden Baum versammelten. Schon bei den Pflanzungen sind einige Vertreter aus Kouram zu uns gestoßen, unter anderem der Bürgermeister und der Imam. Zu der Versammlung sind dann noch ein Vertreter der regionalen Forstbehörde Gambias, der zweite Imam aus Kafuta und mehrere Vertreter von örtlichen Frauenorganisationen hinzugekommen.

In einigen Reden bedankte sich jeder für die beginnende grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Man hob hervor, wie wichtig die Umweltarbeit für die Frauen ist, die sich in der Regel um Brennholz und Nahrung kümmern. Die Rolle der Jugend bei diesem Thema wurde betont. Man bedankte sich auch für unsere deutsche Beteiligung, die die Wichtigkeit nochmal separat betont. Es geht jetzt auch darum, gegenseitig das Wissen über erneuerbare Energie und Umweltschutz auszutauschen. Insgesamt wünscht man sich eine lange und intensive Zusammenarbeit.

Internet

Mustapha hat mir aus Gambia heute Mittag eine Datenkarte mitgebracht, mit der ich ins Internet kommen soll, Leider ist die Verbindung in Kouram nicht sehr gut, so dass ich am späten Nachmittag beschloss, nach Bulock zu laufen. Nicole und zwei Einheimische begleiteten mich. Wir gingen bis dicht an den Sendemast in Bulock, trotzdem dauerte es mit Bilder hochladen mehr als eine Stunde, um nur die Beiträge des Reisetages nach Kouram hochzuladen. Da es spät wurde, machten wir uns auf den einstündigen Fußweg zurück ins Dorf. In Kouram probierte ich nochmal, Bilder hochzuladen, das war aber nicht möglich, der Ladevorgang brach immer ab. Morgen wollen wir in ein gambisches Dorf gehen, wo ich hoffentlich eine bessere Verbindung habe.Das Bild zeigt Kinder, die in Bulock gerne von uns fotografiert werden wollten, und Nicole mittendrin, nachdem sie ein Foto gemacht hatte.

Die Kooperativen der Frauen

Wir haben uns mit Vertretern der vier Kooperativen der Frauen getroffen. Diese stellen zum Beispiel Stofftaschen für die Einkäufe her. Wir wollten ihre Erfahrungen bei der Plastikvermeidung wissen. Einmal monatlich versammeln sie sich, um im Dorf den Müll, insbesondere den Plastikmüll aufzusammeln, der auch von den vielen Durchreisenden hinterlassen wird. Auch betreiben Sie die Geburtsstation, wo sie mit der Solaranlage eine gute Einnahmequelle für den Kauf von Medikamenten erhalten hatten. Ihre Erfahrung damit ist gut, trotzdem wünschen sie sich noch mehr Unterstützung im Bereich Medikamente. Denn so viele Mobiltelefone schafft die Anlage nicht, aufzuladen, so dass sie nicht alle benötigten Medikamente von dem erwirtschafteten Geld kaufen können.

Die Solaranlage der Schule

Heute wollten wir die Solaranlage der Schule installieren. Aber zunächst sollte das Gestell für die Solarpanels aufgestellt und befestigt werden. Relativ schnell übernahm ich die Rolle eines Bauleiters und erklärte, wie wir das Fundament errichten. Es wurden da, wo die vier Füße des Gestells stehen sollen, einen halben Meter tiefe Löcher ausgehoben. Dann wurde mit Zement Beton angerührt und die Löcher bis auf 15 Zentimeter aufgefüllt.Dann schlug ich ein Stützgestell aus Steinen vor, dass die Füße des Gestells nicht tiefer einsinken können und ich markierte die Stützen mit Klebeband, damit man sieht, wie tief die Stützen in den Beton eingesetzt werden sollen. Wir setzen das Gestell ein und füllten die Löcher komplett aus. Morgen sollte alles trocken sein, so dass wir die Solarpanels einsetzen und die Anlage anschließen können.

Le Forêt de la Paix – der Friedenswald

Den dritten Tag im Dorf begannen wir mit der Besichtigung des Friedenswaldes. Das Gebiet, das ich auf etwa einen Quadratkilometer schätzen wurde, war vor den Unabhängigkeitskämpfen dicht bewaldet gewesen und in der Zeit weitflächig abgeholzt worden. Wenn jetzt stärker Regen fällt, wird die Erde mit dem abfließenden Wasser mitgeschwemmt und auf das benachbarte Reisfeld gespült, wodurch die Reisfelder versanden und unbrauchbar werden. Das ist der Grund, warum sich das Dorf dort wieder einen Wald wünscht.Vorletztes Jahr haben wir mit den Baumpflanzungen begonnen. Um die jungen Pflanzen insbesondere vor den Ziegen zu schützen, wurde ein Zaun um das Gebiet gezogen. Wir sind mit Amadou und Mélinda einmal um das Gebiet gegangen, um den Zaun zu inspizieren, der an wenigen Stellen eine Ausbesserung bedarf. Dies werden wir mit der Dorfgemeinschaft besprechen.

Letztes Jahr wurde mit den Baumpflanzungen fortgefahren, Wir schauten uns einige der Bäume an, die noch sehr klein sind. Es bedarf einiger Jahre, bis sie eine stattliche Größe erreichen werden, allzu ungeduldig darf man dabei nicht sein. Wir schauten uns auch die Strauchpflanzen an, von deren Blättern die Frauen Teeblätter gewinnen, ein Tee, der besonders bei Erkältungen hilft. Dieser wird mittlerweile auch in Deutschland verkauft. Wir planen, am 2. August einige Baumpflanzungen im Forêt de la Paix durchzuführen. Dieser Tag ist der Tag des Baumes.

T-Shirt bedrucken

Am frühen Abend stand dann T-Shirt bedrucken auf dem Programm. Eine Frauenkooperative hat einig weiße R-Shirts gekauft und wollte sie mit dem Logo der Friedenswald-Initiative von uns bedruckt haben. Eine entsprechende Siebdruck-Vorlage war schon erstellt. Zunächst wurde ein Testdruck vorgenommen und danach die Vorlage noch etwas ausgebessert. Dann würden die T-Shirts bedruckt und auf eine Leine aufgehangen. Das Resultat lässt sich durchaus sehen.

Fahrzeugreparatur

Am späten Abend entdeckte ich einen kleinen Bus, der auf der Hauptstraße des Dorfes stand und an dem einige Leute mit Taschenlampen der Dunkelheit trotzend eine Reparatur an der Hinterachse durchführten. Neugierig bin ich dorthin gegangen und habe mich beobachtend daneben gestellt, auf Grund der Dunkelheit wenig auffallend. Es stellte sich heraus, dass sich die Blattfedern verschoben hatten. Das Fahrzeug wurde hinten dann mit einem für die Fahrzeuggröße recht kleinen Wagenheber hochgehoben, um die Federn zu entlasten, danach wurden einzelne Federblätter mit einem großen Eisenrohr wieder in Position geschlagen. Eigentlich werden die Federblätter mit einem U-Eisen zusammengehalten, dieses fehlte aber auf beiden Seiten der Achse. Als die Federn wieder in der richtigen Position waren, wurde das Fahrzeug wieder abgelassen und die Federn mit seinem Seil zusammengebunden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das lange hält, aber der Bus fuhr dann nach vollendeter Reparatur vollbesetzte weiter.

Regenzeit

Am Nachmittag haben wir die Regenzeit voll zu spüren bekommen. Gegen zwei Uhr fing es recht stark an zu regnen. Zunächst haben einige aus unserer Gruppe den warmen Regen genossen und sich fleißig nass regnen lassen. Manche nahmen sogar ihr Duschgel mir und nutzten den Regen als Dusche. Wir stellten unsere Eimer auf, um den Regeln zu sammeln, dass sollte uns einige Wege zum Brunnen sparen, von wo wir sonst das Wasser holen. Leider hat der Regen bis in den Abend gedauert mit nur kurzen Unterbrechungen, so dass wir den Nachmittag recht untätig herumgesessen haben. Nur am späten Abend haben wir noch einen größeren Spaziergang durchführen können, wobei die Wege voll riesiger Pfützen waren, denen wir mit Mühe versuchten, auszuweichen.

Der zweite Tag in Kouram

Gestern, als wir die Schule besuchten, stellten wir fest, dass viele Schulbänke unbrauchbar waren. Am Abend hatte ich vorgeschlagen, diese Bänke Instant zu setzen. Dies haben wir dann gleich am Morgen in Angriff genommen. Es zeigte sich, dass wir aus den vielen Teilen einige Bänke wieder zusammensetzen können. Es fehlten viele Schrauben, die nicht mehr vorhanden waren, um noch weitere Schulbänke zusammenbauen zu können, müssten wir weitere Schrauben und Muttern besorgen. Mustapha bot sich an, diese in Gambia zu besorgen, wenn er dahin fährt.Da ich gefragt wurde, mir die Solaranlage der Schule anzuschauen, machte ein Teil der Gruppe, insbesondere Nicole und Sezar weiter mit dem Zusammenbau. Dabei waren sie von einigen Dorfkindern umgeben, die dem Treiben aus nächster Nähe beiwohnen wollten.

Die Solaranlage für die Schule war in unserem Haus aufgebaut. Schnell war klar, dass die Anlage die Batterie lädt. Was nicht funktionierte, war die Transformation auf 220 Volt. Den Umspanner nahm ich mir vor und schraubte ihn zunächst umlagert von vielen Kindern auf. Dann probierte ich ihn an dieser und der Anlage im Geburtshaus. Schließlich entdeckte ich einen defekten Transistor. Die Reparatur muss von einem Fachmann durchgeführt werden, ohne Werkzeug, Lötkolben und Ersatzteil kann ich auch nichts ausrichten.

Wir haben eine große Kiste mit kleinen Solarpanels und Lampen mitgebracht. Da die Sachen gebraucht sind und wir nicht wissen, ob sie funktionieren, habe ich einige Aufbauten vorgenommen, um sie zu testen. Die Solarpanels gingen alle, aber die Akkus und Lampen waren zum großen Teil defekt. Die brauchbaren Sachen können wir im Dorf lassen, den Rest sollten wir mitnehmen und wegschmeißen.

Da ich hier als Solarexperte gelte, kamen auch Bewohner mit ihren Solarleuchten zu mir, von denen sie glaubten, sie seien defekt. Zumeist ist der Schalter das Problem, den man etwas Instand setzen musste, dann war alles wieder ok.  

Dorf-Rundgang

Am späten Nachmittag gingen wir mit Amadou Badji und Jo eine große Runde durch das Dorf. Wir besuchten viele Häuser, vor denen sich die Familien in einem schattigen Plätzchen aufhielten. Wir begrüßten alle mit Handschlag, tauschten Höflichkeiten aus und Amadou erzählte uns ein wenig über die Familien und wie sie miteinander verwandt sind. Unter anderem besuchten wir auch Amadous Oma, die etwas krank in einem der Häuser weilte. Sie ist auch stellvertretende Vorsitzende einer der Frauengruppen im Dorf. So kamen wir auch in eines der Häuser und konnten einen Vergleich zu unserem recht leeren Haus ziehen. Das Haus war nicht viel voller, eine Einrichtung mit Möbeln wie bei uns bekannt konnten wir nicht entdecken.

Versammlung im Dorf

Am Nachmittag setzen wir uns mit den verschiedenen Vertretern aus dem Dorf zusammen, um die Planung der Woche durchzugehen. Da es in Silathiaye ein großes Fest gibt, wo für die jungen Männer aus vielen Dörfern der Gegend eine Art Reifeprüfung abgehalten wird, wo sie sich einige Wochen in einem magischen Wald aufhalten werden, besuchen wir dieses Dorf nicht. Wir werden aber Vertreter aus dem Dorf in den nächsten Tagen nach Kouram einladen, um über unsere Arbeit zu berichten und sie für das Thema Umweltschutz zu sensibilisieren. Diese Programmänderung wurde besprochen und beschlossen.Wir haben aus Deutschland auch einige Geschenke mitgebracht, Nicole hatte gleich eine große Reisetasche voll verschiedener Dinge. Viele sind für die Schule geeignet, wie Stifte, Hefte und Malkästen. Mit dem Elternvertreter wurde beschlossen, dass mit dem Direktor der Schule, der derzeit auf dem zuvor erwähnten Fest ist, die Verteilung der Geschenke unter den Schülern besprochen wird. Jeder soll etwas erhalten, die guten Schüler aber besonders bedacht werden, um so auch die schlechteren Schüler zu besseren Leistungen zu motivieren.

Das Geburtshaus

Vor zwei Jahren hatte ich mitgeholfen, eine Solaranlage am Geburtshaus aufzubauen und Licht im Haus zu installieren, daher mussten wir dieses Haus auch unbedingt besuchen. Die Hebamme des Dorfes empfing uns und zeigte uns, dass noch alles funktionierte. Mittlerweile gab es auch Liegen in jedem Raum für die Schwangeren Frauen.Die Solaranlage wird auch dazu genutzt, gegen Entgelt Mobiltelefone aufzuladen. Diese Einnahmequelle dient dazu, Geld für benötigte Medizin zu bekommen. Wir haben die Hebamme auch gefragt, wie viele Geburten es dort im Jahr gibt. Sie berichtete von etwa fünfzehn Geburten. Laut Amadou leben etwa 900 Personen im Dorf.

Das Schulgebäude

Neben der Biogasanlage liegt das Schulgebäude, welches wir gleich mit besichtigt haben. Dort wird viel Aufklärungsarbeit zu Umweltthemen geleistet, so zum Beispiel über Müllvermeidung und den Umgang mit der Natur. Letztes Jahr hat die Sommercamp-Gruppe den Klassenraum mit Motiven zum Thema Umwelt verschönert. Derzeit sind Ferien, dennoch stellten wir fest, dass einige Schulbänke dringend repariert und Instand gesetzt werden müssen. Vielleicht finden wir die Zeit, hieran etwas zu arbeiten, ein funktionierendes Schulgebäude ist schließlich auch für unsere Aufklärungsarbeit eine wichtige Institution.

Die Biogasanlage

Nach unserer Rückkehr aus dem Wald schauten wir uns auch die neue Biogasanlage an, die erst vor wenigen Monaten in Betrieb genommen wurde. Es gibt ein betoniertes Rührbecken, in dem die Biomasse, zumeist zusammengetragener Kuhdung, in eine breiige Masse verrührt wird, bevor sie in das große unterirdische Betonbecken geleitet wird. Auch Toiletten hat man neben die Anlage gebaut, deren „Sammlung“ auch direkt in das Becken eingeleitet wird. Am höchsten Punkt des Beckens ist ein Rohr mit Ventil eingebaut, von wo das Biogas abgezapft wird.Neben der Biogasanlage wurde ein Kochhaus erbaut, in dem es zwei mit Biogas betriebener Kochstellen gibt. Ein Manometer im Kochhaus zeigt den Druck, der in der Anlage herrscht. Unser Essen wird dort gekocht. Die Idee ist, dass die Leute im Dorf diese Kochstellen nutzen und nicht mehr die offenen Feuerstellen, die sie mit Holz aus dem Wald betreiben. Die Pläne für die Anlage kamen auch vom Institut für Umweltwissenschaften, sie wurden aber von den Einwohnern umgesetzt.

Wir wollen an den Toiletten noch Schilder anbringen, dass die Leute dort keine Seife verwenden, da diese den Zersetzngsprozess stört. Die Hände sollen sie sich vor den Toiletten waschen, dort können sie die Seife problemlos nutzen.

Der Solar-Trockenofen

Vor unserem Haus steht ein Solar-Mango-Trockenofen, den ich mir morgens erst mal genauer habe erklären lassen. Auf den Regalen im Inneren sind geschnittene Mangostreifen zum Trocknen ausgelegt. Luft wird hinter einer Glasscheibe erwärmt und dann mit solarbetriebenen Lüftern auf die Regale geleitet, wodurch den Mangostreifen mit der Zeit die Feuchtigkeit entzogen wird. Die getrockneten Mangostreifen, die immer noch süß schmecken, werden so haltbar. Sie werden von den Frauen dann weiterverkauft.Gebaut wurde der Solar-Mango-Trockenofen im letzten Jahr nach Plänen, die Studenten angefertigt hatten. Wir hatten uns vor zwei Jahren einen ähnlichen Ofen in der Außenstelle der Fakultät für Umweltwissenschaften angeschaut und waren hellauf begeistert. Das Schweißen des Gehäuses wurde im Nachbardorf Bulock gemacht. Eine einfache Art, die vielen vorhandenen Mangos weiter zu verarbeiten und sich eine Einnahmequelle zu erschließen.

Der erste Morgen in Kouram

Zu unserer Freude gab es zum Frühstück gegen neun Uhr Baguette und Kaffee. Ich kannte noch den Hirsebrei, der vor zwei Jahren erst gegen Mittag serviert wurde. Ohne Frühstück fällt mir der Start immer recht schwer.Nach dem Frühstück sind wir zunächst in den Wald gegangen, um Affen zu sehen. Natürlich gab es unterwegs viel zu bestaunen, von riesigen Termitenhügeln bis zu Früchten, die wir vom Baum runter holten (einer von uns, ich nicht, ist mutig hochgeklettert) und aßen, von denen ich aber noch nicht weiß, was das ist. Sie sehen aus wie dicke, etwa zehn Zentimeter lange halbmondartige Bananen. Aufgebrochen findet man darin mit etwas Fruchtfleisch ummantelte Kerne, so um die vierzehn Stück. Dann sind wir tatsächlich noch auf Affen gestoßen, die etwas durch uns aufgeschreckt von Baumkrone zu Baumkrone sprangen. So schnell wie sie waren haben wir es aber nicht geschafft, sie zu fotografieren.