Ankunft im Dorf Kouram

Das ganze Dorf war versammelt, als wir in Kouram ankamen. Wir fuhren zu dem Platz, an dem auch „unser“ Haus liegt, und da waren sie alle. Was für ein Empfang. Alle freuten sich, Thomas Badji (mein Namen, den ich vor zwei Jahren im Dorf erhalten hatte als Ausdruck, einer der ihren zu sein) wiederzusehen. Sie freuten sich natürlich ebenso über alle anderen Mitreisenden, insbesondere ihre Verwandten, denn einige der Vereinsmitglieder haben ihre Wurzeln in dem Dorf.Nach dem ersten Empfang richteten wir uns erst einmal ein. Die einfachen Matratzen, die abends noch acht Zentimeter dick waren, morgens aber auf einen Zentimeter zusammengeschrumpft zu sein scheinen, zumindest an den Stellen, auf denen man liegt, wurden in den verschiedenen Räumen auf den nackten Steinboden ausgelegt. Ein einfaches Laken darüber gelegt, dann das Moskitonetz aufgehängten, und fertig war die Schlafstätte.

Noch schnell eine kühlende Dusche, sprich hinter dem Haus aus einem Eimer mit einem kleinen Becher Wasser über den Körper geschüttet, während man etwas erhöht auf einem Stein steht, dann waren wir fertig für das Abendessen, das um Mitternacht serviert wurde. Dieses Bestand aus großen Tellern voll Hirse und etwas Fleisch. Vier Leute teilen sich einen dieser Teller, die auf dem Boden stehen und wo man sich einfach auch auf dem Boden davor hockt. Nach dem Essen noch etwas Smalltalk, dann fielen wir wie Steine in die Betten.

Busfahrt nach Kouram

Mustafa hatte einen tollen großen Bus organisiert, der etwa 20 Personen Platz bietet. So konnten wir bequem weiterreisen. Mittlerweile wurde es schon dunkel, so dass fast jedem mal zwischendurch die Augen zufielen. Auch das viele Warten kann sehr anstrengend sein, vor allem bei den warmen Temperaturen.Als wir das gambische Bulock erreicht hatten, begann ein spannender Teil der Reise. Zum Dorf Kouram führen von dort nur unbefestigte Straßen und wir wählten die weniger befahrene Straße, da die „Hauptstraße“ durch die vielen Regenfälle und den schweren Transporterverkehr sehr schlecht befahrbar ist. Aber auch unser Weg war nicht einfach. Er führe uns durch ein dicht bewachsenes Gebiet, Bäume und Sträucher schlugen oft gegen das Fahrzeug. Und es ging auch durch riesige Pfützen. Um sie etwas zu umschiffen, schnitten wir die Böschungen an, so dass der Bus des öfteren mal eine gefährliche Schräglage erreichte.

Die Fährfahrt über den Fluss Gambia

Mit Mustapha’s Hilfe gelangten wir nach ein wenig Wartezeit in einen abgesperrten Bereich vor dem Fähranleger, eine 300 Meter lange Straße, auf der schon einige Autos auf die nächste Fähre warteten, die aber auch die Fahrzeuge und Fußgänger von der Fähre nutzen, wenn sie diese verlassen. Der Zugang ermöglichte uns, vor allen anderen auf die Fähre zu kommen, ein großer Vorteil, wenn es einen großen Andrang gibt.Auch wenn wohl zwei Fähren im Einsatz waren, es dauerte trotzdem zwei Stunden, bis wir auf die Fähre kamen. Der große Andrang blieb aus, zum Glück, denn es regnete auf der doch langen Überfahrt und viele überdachte Plätze gab es nicht. Nach einer halbstündigen Überfahrt erreichten wir das andere Ufer und wieder wollte jeder der erste sein, der die Fähre verlässt.

An der gambischen Grenze

An der gambischen Grenze angekommen entluden wir das Gepäck vom Dach des Busses und häuften es auf einem Platz neben der Straße auf. Dann zahlten wir den Busfahrer und verabschiedeten ihn. Mustapha aus Gambia war schon auf der Fähre zu uns, es dauert trotzdem gut zwei Stunden, bis er zu uns stieß. Er half uns zunächst bei den Einreiseformalitäten. Wir drei Deutschen wurden zu den gambischen Grenzbeamten gebeten, die uns in ein Einreisebuch eintrugen und noch ein paar Fragen wie nach unserem Beruf stellten. Sie hießen uns auf eine sehr freundliche Art willkommen in ihrem Land.Als wir alle Formalitäten erledigt hatten, nahmen wir unser Gepäck mit auf die gambische Seite, wo Mustapha einen Bus für die Fahrt zur Fähre über den Fluss Gambia organisiert hatte. Gut, dass die Fahrt nicht so lange war. Als gelernter Automechaniker bekam ich jedenfalls ein mulmiges Gefühl, einseitig ziehende Bremsen und ein Lenkspiel, das ein kontrolliertes Fahren fast unmöglich machte. Eine Vollbremsung möchte ich jedenfalls mit einem solchen Fahrzeug nicht erleben.

Die erste Fährfahrt

Auf dem Weg zur Grenze von Gambia mussten wir ein breites Flussdelta mit der Fähre überqueren. Als wir am Fähranleger angekommen waren, legte die volle Fähre gerade ab, so dass wir länger auf Ihr Rückkehr warten mussten. Die Zeit überbrückten wir mit Kaffee und Gebäck, das wir an einem der zahlreichen Ständen kauften, die vor traditionellen Strohhütten aufgebaut waren. Auch sahen wir dem Treiben der vielen Fische im seichten Wasser zu, die wir zum Teil auch mit Gebäckkrümel anlockten.Als die Fähre zurück kam, ging das rege Treiben los, jeder wollte schnell einsteigen. Fußgänger hatten nur an den Seiten Platz, wo es wenig Sitzplätze gab. Wir hatten einen Platz direkt hinter einem der beiden oben aufgestellten Dieselmotoren gefunden, keine gute Wahl, da der Lärm schon recht ohrenbetäubend war. Es hingen auch viele Rettungswesten rum, einige der Passagiere nutzten sie auch zu ihrer Sicherheit.

Die Überfahrt selbst war recht unspektakulär, so dass wir auf der anderen Seite wieder in unseren Bus steigen und an die Grenze von Gambia fahren konnten.

Straßenverkehr

Die Fahrzeuge auf den Straßen – PKWs, LKWs und Busse – sind oft in einem bedenklichen Zustand. Als wir am neuen Flughafen vorbei waren und durch ein nahe gelegenes Dorf fuhren, platzte einem vollbesetzten Bus mittlerer Größe ein Reifen. Es gab direkt einige Meter vor uns einen sehr lauten Knall, dann wirbelte der Staub der Straße auf, schließlich rollte der Bus mit seine, platten Reifen an uns vorbei.Man begegnet auf den Straßen auch LKWs, die bis in schwindelerregende Höhen vollgepackt sind. Unter viele Autobahnbrücken in Deutschland würden die sicherlich nicht mehr durch passen. Ein weiteres Problem sind die Abgase. Viele Motoren sind schlecht gewartet bzw. so verschlissen, dass sie Öl mit verbrennen, und so ziehen viele Fahrzeuge dichte Rauchschwaden hinter sich her.

Reise nach Kouram

Mit dem gemieteten Bus sind wir gut aus Dakar rausgekommen. Nach etwa einer eineinhalbstündigen Fahrt trafen wir auf ein umfangreiches Gebiet mit einer Vielzahl von Bauaktivitäten. Hier entsteht praktisch auf der grünen Wiese ein neuer Wirtschaftsstandort mit vielen Bürogebäuden, Wohnhäusern und Einrichtungen des täglichen Bedarfs. Auch ein Ministerium wird sich hier ansiedeln, Noch ist alles aber eine riesige Baustelle.

Nur wenige Kilometer dahinter wird der neue Flughafen von Dakar erstellt, der schon im nächsten Jahr in Betrieb gehen soll. Wie schon geschrieben hatten wir in Dakar in der Einflugschneise des jetzigen Flughafens gelebt, wo die Flugzeuge mit ohrenbetäubendem Lärm über uns in geringer Höhe hinweggeflogen sind. Wenn auch nicht so viele Flugzeuge pro Tag in Dakar landen, die Verlagerung wird für die Stadt gut sein. Eine Bahnverbindung soll den Flughafen und Dakar später verbinden.

Abreise nach Kouram

Die Abreise, geplant für sechs Uhr, steht jetzt unmittelbar bevor. Mit einer halben Stunde Verspätung liegen wir noch gut in der Zeit. Das Bild zeigt unseren Bus bis zur Grenze.

Wann ich wieder Internet habe, weiß ich noch nicht. Mustapha in Gambia ist instruiert, mir eine Sim-Karte zu organisieren, aber ob die dann auch im Dorf funktioniert ist unklar. So, auf geht es.

Am Vorabend der Abreise nach Kouram

Heute haben wir einen Bus organisiert, der uns morgen bis zur gambischen Grenze bringen wird. Eigentlich hätten wir gerne für eine Woche einen Bus gemietet und vor Ort genutzt, aber den haben wir leider nicht gefunden.

In Gambia wird uns unser Freund Mustapha hoffentlich weiterhelfen, wir haben heute Abend erneut mit ihm telefoniert, er sagte, dass er für die Weiterreise ein Fahrzeug organisieren kann. Nun, da bin ich gespannt.

Wir sind jetzt insgesamt 16 Leute, die nach Kouram reisen werden. Die Zahl war erst heute Abend klar. Es ist nicht ungewöhnlich hier, dass solche organisatorischen Dinge erst im letzten Moment geregelt werden. Fast alle Mitreisenden sind auch jetzt bei uns in der Unterkunft eingetroffen, vorhin gab es auch noch schnell ein improvisiertes Abendessen für alle, eingekauft hatten wir für fünf, aber am Ende ist jeder mit allem, was wir noch so finden können, satt geworden.

Morgen früh um sechs Uhr wollen wir los, derher geht es jetzt schnell ins Bett, um noch etwas Schlaf zu bekommen.

Besuch der Sklaveninsel Gorée II

Nachdem wir noch etwas die Insel mit ihren vielen Künstlerständen erkundet und uns in einem Restaurant gestärkt hatten, haben wir den Nachmittag im Wasser im Hafen von Gorée verbracht, wie auf Ngor eine angenehme Art und Weise, das warme Klima auszuhalten. Entsprechend voll mit einheimischen Jugendlichen war das Wasser.

Das Beitragsbild zeigt eines der wohl am meisten fotografierten Motive in Westafrika, das Sklavenhaus, welches heute ein Museum ist. Zwischen den geschwungenen Treppen erkennt man einen Lichteinfall. Das ist die Tür ohne Wiederkehr, wer damals da durch ist, wurde von dort auf ein Schiff verladen und in die neue Welt gebracht. 

Seitlich waren die Räume, in denen eng eingepfercht Männer, Frauen, Schwangere, Kinder und Kranke getrennt voneinander untergebracht waren. Für rebellierende Sklaven, die sich ihrer Freiheit nicht einfach berauben lassen wollten, gab es auch einen eigenen Raum. Und alle Räume ohne Toilette, wo die Sklaven oft über Wochen ausharren mussten. Eine gruselige Vorstellung. 

Besuch der Sklaveninsel Gorée I

Das Ziel heute war die alte Sklaveninsel Gorée, die direkt vor den Toren Dakars liegt. Es gab viele Plätze in Westafrika, von denen aus der Sklavenhandel betrieben wurde, doch ist dieser Ort besonders gut erhalten und dokumentiert.

Vorletztes Jahr hatten wir uns mit dem stellvertretenden Bürgermeister der Insel getroffen und erste Verbindungen zwischen der Insel und dem Verein Forêt Internationale geknüpft. Letztes Jahr hat dann eine Delegation im Sommer verschiedene Baumpflanzungen auf der Insel durchgeführt.

Unser erstes Interesse heute war natürlich, nach den Pflanzungen zu schauen. Leider war das Resultat enttäuschend, nur ein paar kümmerliche Reste waren zu finden. Hier müssen wir also nochmal ran und weitere Maßnahmen planen.

Institut für Umweltwissenschaften II

Dann wurden wir auch von dem Direktor des Instituts empfangen, Professor Bienvenu Sambou. Er ist dem Verein Forêt Internationale besonders verbunden, da er eines der Gründungsmitglieder ist. Er hält regen Kontakt zu den anderen Vereinsmitgliedern und lädt sie auch regelmäßig zu Veranstaltungen des Instituts ein.

Professor Sambou konzentrierte sich in seine Ansprache, die er uns zuliebe freundlicherweise auf Englisch gehalten hat, insbesondere auf die Bedeutung des internationalen Wissensaustausches zwischen europäischen Universitätsinstituten und seinem Institut. Hier gibt es schon einen regen Austausch, unter anderem wird auch gerade mit der Technischen Universität in Berlin ein entsprechender Austausch angestoßen.

Wir berichteten von unserem Vorhaben, das Projekt Friedenswald in diesem Jahr von Kouram aus auch in die benachbarten gambischen Dörfer Bulock und Kafuta auszudehnen. Professor Sambou zeigte sich beeindruckt und hob hervor, dass das Thema Umwelt auf jeden Fall eine grenzüberschreitende Thematik darstellt.

Institut für Umweltwissenschaften I

Ein großes Highlight des Tages war der Besuch des „Institut des Sciences de l’Environnement“, dem Institut für Umweltwissenschaften.

Zunächst stellte uns ein wissenschaftlicher Mitarbeiter die verschiedenen Forschungsprojekt, die sie bereits durchgeführt haben, an Hand von Schautafeln vor. Die Ergebnisse sind zum Teil auch für uns interessant, so wurde z. B. untersucht, wie Mangroven am besten gedeihen, wie der Pflanzenabstand und die Sonneneinstrahlung das Wachstum beeinflussen.

Dann stellte er uns die drei unterschiedlichen Master-Programme vor, die an der Fakultät absolviert werden können. Als Aufbaustudium angelegt dauert jedes Master-Studium in der Regel zwei Jahre.

Die juristische Fakultät

Als nächstes Stand der Besuch der „Faculte des Sciences Juridiques et Politiques“ auf dem Programm, kurz der juristischen Fakultät, an der Melinda und Amadou studieren und unterrichten.

Hier besuchten wir speziell das „Laboratoire d’Etudes et de Recherches en Politique et Droit de l’Environnement et de la Sante“ (LERPDES), eine Forschungseinrichtung, die sich mit Umwelt- und Gesundheitsfragen speziell aus rechtlicher und politischer Sicht beschäftigt.

Begrünung des Universitätsgeländes

Der Verein Forêt Internationale, der sich an der Universität von Dakar gegründet hat, führte im Jahr 2010 einige Aktionen zur Begrünung des Universitätsgeländes durch. Das Bild zeigt unsere Gruppe vor dem „Campus Vert“, dem grünen Campus, wo mit Unterstützung von verschiedenen Organisationen einPlatz begrünt wurde. Beteiligt waren unter anderem der DAAD, aber auch die Association Sénégalaise pour le Droit de l’Environment (ASDE), deren Präsident seinerzeit auch Amadou Badji war. An dieser Stelle wurden 25 Bäume gepflanzt, auf dem grünen Schild sind die verschiedenen Baumsorten aufgelistet, die ich hier nicht erneut aufliste.

Darüber hinaus hat der Verein noch an verschiedenen anderen Stellen auf dem Universitätsgelände Bäume gepflanzt. Eindrucksvoll ist eine Baumreihe entlang einer der Straßen auf dem Campus. Hier wurden für jeden Baum Partenschaften übernommen. Die Parten sind auf kleinen grünen Metallschildern, die neben dem Baum in die Erde gesteckt wurden, namentlich genannt. Es sind einige Mitarbeiter von Botschaften und Organisationen wie dem DAAD oder der Konrad Adenauer Stiftung darunter, aber auch Universitätsmitarbeiter und viele weitere Freunde des Vereins Forêt Internationale.

Besuch der Université Cheikh Anta Diop de Dakar

Heute war der erste offizielle Programmtag. Ein Besuch der Universität von Dakar, der Université Cheikh Anta Diop, benannt nach einem Gelehrten, stand auf dem Programm. Da wir nicht sehr weit weg von der Universität wohnen, sind wir zu Fuß dorthin gelaufen. Das Bild zeigt Nicole und Amadou, und die typischen, nicht immer Fußgänger-freundlichen Gehwege.

Anreise von Nicole

Heute Abend fuhren Amadou und ich zum Flughafen, um Nicole abzuholen, außer Sezar und mir nun die einzige Teilnehmerin aus Deutschland.

Dieses Mal also auf der anderen Seite der Ankunft, der wartenden Meute aus Abholern, Taxivermittlern, usw. Ok, war gar nicht so wild, alles ganz relaxed. Sieht anders aus, wenn man nach einem langen Flug aus dem Flughafen raustritt.

Nicole wird sicher bildlich bei einem der nächsten Blogbeiträge erscheinen, hier erst mal noch ein Bild aus einem „car rapide“ von heute Nachmittag.

Besuch auf Ngor

Heute Mittag sind wir mit dem „car rapide“ Richtung Ngor gefahren, um dort angekommen mit einem schmalen, langen Boot, einer Piroge, auf die gleichnamige Insel überzusetzen. Die Insel hat zwei kleine aber sehr schöne Strände, und da Sezar gerne schwimmt, ein ideales Ziel, um noch mal einen Tag auszuspannen.

Dort angekommen gingen Sezar und ich ins Wasser, wo wir uns gleich zwei Stunden aufgehalten haben. Bei den Temperaturen ein angenehmer Ort zum Verweilen. Im Laufe der Zeit füllte sich das Wasser immer mehr mit jungen Senegalesen, es war ein lustiges Treiben.

Abreise

Der Mitreisende am Flugplatz ist heute Nacht begleitet von unserer Reiseführerin nach Lissabon zurückgekehrt, da eine Einreise nicht ermöglicht werden konnte. Noch ist nicht geklärt, ob er über Gambia einreisen kann.

Und somit ist auch nicht klar, ob und wann unsere Reiseführerin wieder zu uns stoßen wir, die ja eigenlich für uns eine Schlüsselrolle hat. Ok, wir werden es auch so hinbekommen, die Vereinskollegen hier vor Ort versuchen alles.

Als Bild füge ich eines von heute Nachmittag hinzu, als wir mit dem „car rapide“ unterwegs waren, einem alten Bus, günstig und meist für unsere Verhältnisse maßlos überfüllt, den die Einheimischen nehmen.

Die Versammlung

Die Mitglieder des Vereins Forêt Internationale versammeln sich regelmäßig, um über die Initiativen und organisatorische Fragen zu sprechen und um Aufgaben zu verteilen. Sonntag Abend war die erste Versammlung, an der ich dann auch teilnahm.

Natürlich auf Französisch! Sie haben sich aber alle bemüht, dass ich mit meinen mittlerweile eher rudimentären Französisch-Kenntnissen auch etwas verstanden habe. Ging so, manche englischen Worte mussten helfen, eine Sprache, die hier nicht ausgeprägt ist.

Es wurde zunächst darüber gesprochen, wie man im nächsten Jahr die Kommunikation zu den verschiedenen Camps und Aktionen verbessern kann, da dieses Jahr speziell zu diesem Interkulturellen Umweltschutzcamp die Kommunikation hätte besser sein können.

Bezüglich diesem Camp sieht die Situation so aus, dass auf Grund der Lösungssuche für den Mitreisenden, der am Flughafen festsitzt, eine Programmänderung vorgenommen werden soll. Melinda, die zweite Vereinsvorsitzende, hat mit uns – und begleitet von ihrer einjährigen Tochter, die uns mit in ihr Spiel einbezog – die Programmoptionen besprochen. Dazu kamen weitere Hürden.

Bei demjenigen, der für die Logistik zuständig ist, ist wohl leider die Cousine bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen, so dass er nicht zur Versammlung kommen konnte. Wie weit er noch zur Verfügung steht, ist auch noch nicht klar. Darüber hinaus ist bei demjenigen, der für die Finanzen verantwortlich sein soll, die Mutter schwer erkrankt, so dass auch seine Teilnahme unklar ist.

Wir haben dann darüber diskutiert, das Programm umzustellen, und evtl. schon am Mittwoch in die Casamance zu fahren. Hintergrund ist auch, dass wir einen Bekannten in Gambia haben, worüber wir mit Hilfe seiner Kontakte zu den Behörden den Mitreisenden am Flughafen vielleicht ins Land bekommen. Einmal in Gambia drin darf er auch in den Senegal auf Grund eines Staatsabkommens.

Jetzt gilt es aber auch zu organisieren, wer von den Senegalesen mitfährt und wieviel Geld er beitragen wird. Auch der Transport muss organisiert werden, wir haben vielleicht eine Möglichkeit, den Kleinbus der Mönche zu bekommen, wo wir untergebracht sind. Mal sehen, ob ich noch Fahrer werde, als Mechaniker würde ich schon benannt, und auf jeden Fall sehe ich mich auch schon als Kassenwart mit meinem iPad da sitzen und die Finanzen im Auge behalten.

Das Bild, das ich diesem Beitrag hinzufüge, zeigt einen Obststand am Straßenrand, wo wir noch schnell etwas eingekauft haben.

Etwa zum Wetter

Das Wetter ist heute sehr bewölkt, auch hat es gerade schon geregnet. Ok, wir sind ja auch in der Regenzeit hier. Amadou meinte heute morgen, dass es im Dorf Kouram die ganze Zeit schon regnet. Das Dorf liegt bereits im subtropischen Gebiet.

Das Bild zeigt die Straße vor unserem Gebäude, die dunkelbraune Tür rechts neben dem Taxi ist unser Eingang.

Erste Taten – Geld wechseln und einkaufen

Amadou, der im benachbarten Zimmer geschlafen hatte, konnte ich heute Morgen gewinnen, mit mir loszuziehen und Geld zu wechseln. Ohne einheimisches Geld ist man doch sehr eingeschränkt.

Da aber heute Sonntag ist, sind natürlich auch alle Banken geschlossen. Wir hätten an einen Automaten gehen können, aber statt dessen haben wir uns auf die Suche nach einem Geldwechsler begeben.

Amadou fragte sich durch, vornehmlich bei dem Wachpersonal der Banken. In Höhe der Universität wurden wir fündig. Eine junge Frau, die Amadou am hinten der Bank gelegenen Wohngebäude ansprach, führte uns in eine Wohnung und setzte uns in ein sehr dunkles und warmes Wohnzimmer mit vielen Couchen.

Etwas später kam ein älterer Mann rein. Amadou und er diskutierten etwas, dann sagte Amadou mir den Wechselkurs von einem Euro, der bei 655 Francs CFA liegt. Der Mann zog nach meinem Ok einige Geldbündel unter seiner weiten Kleidung hervor und zählte den Gegenwert von einhundert Euro ab, anschließend tauschten wir das Geld aus. Etwas dubios, aber er besitzt wohl die Bank vorne, also letztlich doch ok.

Auf dem Rückweg noch schnell etwas eingekauft, schließlich muss auch Sezar, der in der Unterkunft wartete, versorgt werden. Dazu gibt es neben vereinzelten Supermärkten viele kleine Läden in unmittelbarer Nähe (siehe Bild), die rund um die Uhr, also auch die Nacht hindurch, betrieben werden.

Erste Taten – Geld wechseln


Amadou, der im benachbarten Zimmer geschlafen hatte, konnte ich heute Morgen gewinnen, mit mir loszuziehen und Geld zu wechseln. Ohne einheimisches Geld ist man doch sehr eingeschränkt. Da aber heute Sonntag ist, sind natürlich auch alle Banken geschlossen. Wir hätten an einen Automaten gehen können, aber statt dessen haben wir uns auf die Suche nach einem Geldwechsler begeben. Amadou fragte sich durch, vornehmlich bei dem Wachpersonal der Banken. In Höhe der Universität wurden wir fündig. Eine junge Frau, die Amadou am hinten der Bank gelegenen Wohngebäude ansprach, führte uns in eine Wohnung und setzte uns in ein sehr dunkles und warmes Wohnzimmer mit vielen Couchen. Etwas später kam ein älterer Mann rein. Amadou und er diskutierten etwas, dann sagte Amadou mir den Wechselkurs von einem Euro, der bei 655 Francs CFA liegt. Der Mann zog nach meinem Ok einige Geldbündel unter seiner weiten Kleidung hervor und zählte den Gegenwert von einhundert Euro ab, anschließend tauschten wir das Geld aus. Etwas dubios, aber er besitzt wohl die Bank vorne, also letztlich doch ok. Auf dem Rückweg noch schnell etwas eingekauft, schließlich muss auch Sezar, der in der Unterkunft wartete, versorgt werden. Dazu gibt es neben vereinzelten Supermärkten viele kleine Läden in unmittelbarer Nähe (siehe Bild), die rund um die Uhr, also auch die Nacht hindurch, betrieben werden. Das Wetter ist heute sehr bewölkt, auch hat es gerade schon geregnet, ok, wir sind ja auch in der Regenzeit hier. Das zweite Bild zeigt die Straße vor unserem Gebäude, die dunkelbraune Tür rechts neben dem Taxi ist unser Eingang.

Ankunft in Senegal

Gegen zwei Uhr nachts kamen wir nach vier Stunden Flug am Flughafen in Dakar an. Noch im Flugzeug wurden wir Zeugen, dass sich hier der Umgang miteinander von dem Gewohnten unterscheidet.

Kurz vor dem Aussteigen sind eine mittelalte Frau und ein ebensoalter Herr wohl in einen Streit geraten, kein Wunder bei der Enge und Hecktick, die entsteht, wenn das Flugzeug zum Stehen kommt und jeder so schnell wie möglich raus will. Jedenfalls führten beide ihren Streit lautstark und mit nicht enden wollenden Redeschwallen von beiden Seiten ohne erkennbare Pausen im Argumentationsaustausch aus. Ununterbrochen redeten beide gleichzeitig aufeinander ein, bis der Mann sich unter Schimpfen entfernte und den Streit so beendete.

Dann strömten wir alle aus dem Flieger hin zur Passkontrolle. Ein wenig Hauen und Stechen gehört dabei dazu, um einen guten Platz in der sich bildenden Schlange zu ergattern und nicht nach hinten durchgereicht zu werden. Da waren Europäer und Afrikaner gleich im Verhalten. Dann die Freude, direkt hinter der Passkontrolle stand schon Souleymane Tamba, ein Vereinsmitglied, das ich schon vor zwei Jahren hier kennengelernt hatte. Aber wie hatte er es dorthin geschafft?

Als wir durch die recht harsche Passkontrolle mit einsilbiger Ausfragung (z. B. „Adresse?“ laut rausgeschrien war die höfliche Frage nach „Wo werden Sie während Ihres Aufenthaltes im Senegal wohnen?“) gelangt waren, fielen Souleymane und ich uns in die Arme. Er begrüßte noch meinen Sohn, dann führte er uns in einen Nebenraum hinter der Passkontrolle, ein großer Raum mit Sesseln und Sitzgelegenheiten an beiden langen Wänden, ein laufender Fernseher und eine Klimaanlage, sonst recht kahl, also nur Raum.

Hier trafen wir auf unsere deutsche Reiseführerin und einen weiteren Teilnehmer des Programms, sowie auf Amadou Badji, dem Vorsitzenden des Vereins Forêt Internationale. Der nichtdeutsche Teilnehmer wurde nicht ins Land gelassen, da er entgegen der zuvor gegebenen Information nun doch ein Visum brauche. Der Verein versucht gerade alles, mit Unterstützung der Universität von Dakar die Einreise zu ermöglichen. Unsere Reiseführerin bleibt derweil im Flughafen an seiner Seite, bis eine Lösung gefunden ist. Wir ließen den beiden ein paar mitgebrachte Lebensmittel da, dann gingen wir, unsere Koffer aufzulesen.

Mit Amadou verließen wir dann den Flughafen. Vor zwei Jahren war das noch ein anstrengendes Unterfange, da man sich durch Massen von Leuten, Taxifahrern, Geldwechslern, Guides usw. kämpfen musste, die alle ihre Dienste anboten. Ein neuer Zaun zur Trennung der Ankommenden von den Wartenden hat diese Situation nun entspannt.

Draußen angekommen führte Amadou trotzdem eine vertraute Verhandlung mit einem Taxianbieter, indem er völliges Desinteresse an seinen Diensten zeigte, dieser aber nicht aufhörte, auf ihn einzureden. Nach wenigen Argumenten gab es dann eine Einigung, aber wir wurden zu einem anderen Taxifahrer geführt. Die Auswahl führte wohl zu Missmut bei einem anderen dort wartenden Kollegen, der die Fahrt noch abluchsen wollte, dagegen haben wir uns mit Sturheit erwähnen können.

Wir fuhren dann in die Stadt zu unserer Unterkunft, soweit ich weiß ein von Mönchen geführtes Haus. Ein kahles Zimmer mit zwei Betten, einem Bad mit Toilette und Dusche, ein Kreuz an der Wand, alles prima. Ein Ventilator sorgt auch für etwas Bewegung in der feuchten Luft. Dass die Spülung der Toilette nicht geht und durch einen Eimer Wasser ersetzt ist, sehen wir eher als Luxusproblem. Auch dass die Unterkunft in der Einflugschneise des Flughafens liegt stellt kein Problem dar, es sind nur wenige Flugzeuge, die über uns drüber fliegen. Wir fanden trotzdem einen erholsamen Schlaf.

Lissabon zu Fuß

Mein Sohn durfte heute meine Vorliebe für lange Fußmärsche in einer mir wenig bekannten Stadt erfahren. Für seinen gezeigten Missmut spricht, dass wir in der frühen Nachmittagssonne unterwegs waren und kaum nach schattigen Plätzen Ausschau gehalten haben.

Ich wollte zu den Anlegern, wo eine große Zahl von Windjammern aus allen Herren Ländern festgemacht hatten. Mein Sohn möchte meine Begeisterung dafür nicht gleich teilen, aber im Nachhinein fand er es doch ganz ok. Überall auch singende Jungs in Uniform, ein tolles maritimes Feeling.

Später haben wir uns dann auf dem Platz Parca do Comercio eine schattige Ecke gesucht, um uns auszuruhen. Ich bin gleich mal eine Stunde eingeschlafen, war wohl doch ein anstrengender Marsch. Ok, ein Punkt für Sezar. Dann haben wir noch etwas dem Treiben auf dem Wasser zugeschaut, jetzt sitzen wir schon wieder im Flughafen, von wo es gleich in Richtung Dakar geht.

Zwischenstopp Lissabon

Als ich den Flug gebucht hatte, kamen mir schon Zweifel, ob der lange Aufenthalt in Lissabon von neun Uhr morgens bis zehn Uhr abends nicht in einer ewigen Warterei in einem Flughafenterminal endet, wo mein anspruchsvoller Sohn seine wachsende Langeweile mangels Ablenkungsmöglichkeiten stundenlang über mich ergießt. 

Nichts von dem trifft zu. Einfach raus aus dem Flughafen, in den Bus in die Innenstadt gesetzt und schon sind wir in einer der schönsten und faszinierendsten Stadt Europas. 

Nach einem kleinen Marsch den Hügel hoch sitzen wir nun auf der Straßenterasse eines Restaurants nahe dem Castelo, warten auf unser Essen und genießen das Treiben auf den verwinkelten Straßen. Ein Tipp für das nächste mal, unbedingt einen langen Zwischenstopp einplanen, der Preis dafür war nur das frühe Aufstehen um drei Uhr nachts, aber das war es wert.

Was ist der Verein „Forêt Internationale“?

Forêt Internationale (Internationaler Wald) ist ein im Senegal eingetragener Verein, der zum Ziel hat, durch Aktionen im Bereich Klimaschutz und Umweltbildung unseren Planeten lebenswerter zu machen. Der Verein hat sich an der Universität von Dakar aus Studenten und Dozenten unterschiedlicher Fachrichtungen gebildet.

Die Aktionen des Vereins umfassen die Wiederaufforstung mit Wald- und Obstbäumen sowie Mangroven, die Installation von Anlagen im Bereich erneuerbare Energien (Solaranlagen, Biogasanlagen), die Sensibilisierung für die Umwelt durch Müll sammeln und Müllvermeidung, aber auch den Dialog zwischen den Religionen zu führen und mit den Einwohnern der Dörfer in der Casamance zu diskutieren und zu feiern.

Dazu lädt der Verein Menschen auf der ganzen Welt ein, durch ihre Beteiligung an den konkreten Aktionen wie dem interkulturellen Umweltschutzcamp an den Zielen im Bereich Klimaschutz und Umweltbildung mitzuwirken. Und zwei davon sind dieses Jahr wir, mein Sohn Sezar und ich, Thomas.

Was ist unser Plan für das interkulturelle Umweltschutzcamp?

Die ersten drei Tage sind wir in Dakar, der Hauptstadt Senegals. Wir werden dort nicht nur die Stadt besichtigen, sondern auch die vor Dakar gelegene ehemalige Sklaveninsel Goree. Und natürlich werden wir an die Universität von Dakar gehen, wo sich der Verein Forêt Internationale gegründet hat.

Weitere drei Tage verbringen wir in Joal. Hier werden wir die Muschelinsel besuchen, die hauptsächlich von Christen bewohnt wird, wohingegen der Senegal zu 90% muslimisch ist. Dort werden wir auch einen christlich-islamischen Dialog mit Vertretern beider Religionen führen. Schließlich steht auch noch das Pflanzen von Mangroven auf unserem Plan.

Weiter geht es durch Gambia mit einer aufregenden Fährenfahrt über den gleichnamigen Fluss in die Casamance, wo wir im senegalesischen Dorf Kouram gleich hinter der Grenze von Gambia untergebracht sind. Unser Ziel ist es, das Projekt „Forêt de la Paix“ (Friedenswald), welches wir vor zwei Jahren zusammen mit den Bewohnern von Kouram begonnen haben, heuer auch auf die Dörfer der Umgebung wie auch dem gambischen Nachbardorf Bulock auszuweiten.

Zusammen mit den Einheimischen Forsten wir die während der vor einigen Jahren wütenden kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Aufständischen und Regierungstruppen abgeholzten Wälder wieder auf. Damit wollen wir einen Beitrag zur Sicherung der Lebensgrundlage leisten und uns gegen den Klimawandel engagieren.

Nach sieben Tagen im Dorf kommt die Rückfahrt nach Dakar und der anschließende Heimflug. Wir haben ein umfangreiches Programm für unser interkulturellen Umweltcamp aufgestellt, worüber wir in diesem Blog je nach Verfügbarkeit von Internet berichten werden. Sicherlich kommen noch weitere spannende Punkte hinzu, seid also gespannt auf das was kommt.

Es geht los

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Auf geht es, zunächst fliegen wir nach Lissabon, wo wir einige Stunden Aufenthalt zu überbrücken haben. Durch die gestrige Ausnahmesituation in München war schon die Anreise zum Flughafen München etwas aufregend, der Nachtbus zum Ostbahnhof kam nicht, eine kurze Taxifahrt löste das Problem. Dann hatte aber auch die S-Bahn zum Flughafen 20 Minuten Verspätung. Egal, jetzt sitzen wir im Flieger.